Wie verschwinden die Monster im Kinderzimmer?

Monster im Kinderzimmer

Neulich war es mal wieder soweit: Bei einem meiner Vorträge erzählte eine Mutter, dass ihr Kind Angst vor Monstern unterm Bett habe und deswegen nicht einschlafen könne. Sie habe schon alles versucht, auch das empfohlene gemeinsame „Monster-vertreiben“. Nur – es hat nichts gebracht. Das Kind schlief trotzdem nicht. Diese Geschichte höre ich in Abwandlungen immer wieder. Ich weiß nicht, wer als Erste auf die Idee mit dem gemeinsamen Vertreiben kam, aber sie hat sich herumgesprochen und wird seit langem angepriesen – relativ erfolglos. „Warum funktioniert das nicht?“ fragte mich die Mutter. „Es ist doch eigentlich so einleuchtend und entspricht Ihren Ansätzen, dass das Kind handelt und dem Körper damit signalisiert: Es ist jetzt weg. Du kannst schlafen!“

Stimmt. Auch ich empfehle den Eltern immer wieder, die gewünschte Wirkung für ihr Kind sinnlich erlebbar zu machen, z. B. die Bilder des Tages loszulassen, indem es sie an den Schwanz des Drachen bindet und den fliegen lässt (Hörbuch: „Reise zum See der tausend Träume“). Dabei macht es sogar wenig Unterschied, ob die Handlung tatsächlich vorgenommen oder wie bei den Fantasiereisen nur imaginiert wird, die chemischen Prozesse im Körper und die damit einhergehenden Empfindungen sind annähernd die gleichen. Der entscheidende Unterschied liegt im Fokus: Beim Monster-vertreiben konzentriert sich die Suche und die Vertreibung auf das Element, was das Einschlafen verhindert. Wenn dann das Kind im Bett liegt, sind die Bilder des Monsters immer noch präsent oder die Furcht davor, es könne zurückkommen oder ähnliches. Deshalb schlage ich vor, die Monstervertreibung abzuschaffen oder nur ganz kurz zu gestalten. Dann aber unbedingt eine Übung, Imagination oder Fantasiereise anschließen, bei der der Fokus auf etwas gelegt wird, das den Schlaf herbeiführt. Hier ein paar Anregungen:

– Die Vorstellung, wie sich das Sandmännchen auf den Weg macht, den Sand streut und den Schlaf bringt, sobald die Augen geschlossen sind.

– Die Vorstellung, wie der Traumbär seinen Sack mit Träumen schleppt und das Kind hineingreifen lässt. Es erwischt den Traum, der für es gedacht ist, und der sich natürlich nur zeigt, wenn es einschläft.

– Die Vorstellung, wie die Bettfedern, sobald das Kind eingeschlafen ist, sich rundherum zu einem wunderbaren Schloss auftürmen, in dem das Kind die ganze Nacht geborgen ist und der Prinz/die Prinzessin ungestört träumen kann.